Unterschied zwischen Nesthockern, Nestflüchtern und Traglingen

Unterschied zwischen Nesthockern, Nestflüchtern und Traglingen
von Valentin | Letztes Update: 6. April 2021

Es herrscht oft ein wenig Verwirrung wenn es zu den genauen Unterschieden zwischen Nesthockern und Nestflüchtern kommt. Und kommt auch noch die dritte Gruppe die Traglinge dazu. Aber keine Sorge es erscheint nur auf den ersten Blick verwirrend! Sobald man die Unterscheidung einmal verstanden hat und ein paar gute Beispiele für jede Gruppe gehört hat dann kann man sehr schnell einordnen welches Tier in welche Gruppe gehört.

Der Unterschied zwischen Nestflüchtern und Nesthockern ist das sich Nestflüchter schon direkt nach der Geburt vollkommen selbstständig bewegen und ihre Umgebung wahrnehmen können. Nesthocker müssen sich nach der Geburt noch etwas entwickeln bevor sie selbständig laufen oder fliegen können.

Dabei spielt es übrigens keine Rolle ob die Tiere nach der Geburt noch von den Eltern gefüttert oder behütet werden. Beinahe alle Jungtiere werden von ihren Eltern auf die ein oder andere Art noch beschützt und ernährt.

Bei der Unterscheidung zwischen Nesthockern und Nestflüchter ist nur wichtig ob das Tier nach der Geburt schon eigenständig laufen bzw. fliegen kann oder nicht.

Was sind Traglinge?

Jetzt stellt sich natürlich zu recht die Frage wenn es Nestflüchter und Nesthocker gibt was ist dann ein Känguru? Ein Känguru trägt seine Kinder mit sich herum und hat nie wirklich ein Nest in dem das Baby bleiben oder aus dem das Baby fliehen könnte.

Traglinge sind Tiere die ihre Jungtiere nach der Geburt regelmäßig umher tragen. Die Tiere sind also weder Nestflüchter noch Nesthocker sondern Traglinge. Unter anderem gehören viele Affen arten sowie Kängurus und Koalabären zu den Traglingen.

Es gibt übrigens passive und aktive Traglinge.

Passive Traglinge sind Tiere die nach einer sehr kurzen Tragezeit bereits ihre Kinder bekommen und diese dann mit sich herum tragen (oft in Beuteln) bis die Kinder weit genug entwickelt sind sich selbst zu bewegen.

Zu den Passiven Traglingen gehört zum Beispiel Kängurus. Sie gebären ihre Kinder relativ früh direkt in ihren Beutel wo die kleinen sich außerhalb des Körpers der Mama weiter entwickeln bis sie große genug sind Außerhalb des Beutels zu hoppeln.

Aktive Traglinge gebären ihre Kinder bereits weites gehend autonom. Das heißt sie können sich selbst bewegen und ihre Umgebung bereits sehr gut wahrnehmen.

Viele Affenarten sind aktive Traglinge. Sie werden so genannt weil sich die Babys aktiv von selbst an dem Körper der Mama festhalten. Bei Affen ist das der Klammerreflex.

Der Mensch ist übrigens ein Sonderfall. Wir sind eigentlich ein Tragling mit eine sehr langen Tragezeit. Aber weder haben wir Beutel noch hält sich ein Menschenbaby von selbst an der Mama fest. Zumindest heut zu tage nicht mehr.

Menschenbabys haben immer noch einen Klammerreflex aber heut zu tage ist das Baby nach der Geburt zu schwach um sich von selbst am Körper der Mama fest zu halten.

Was sind Nesthocker?

Nachdem ich jetzt sehr genau erklärt habe was Träglinge sind ist es vielleicht keine schlechte Idee nochmal genauer zu erklären was Nesthocker genau sind.

Nesthocker sind Tiere die nach ihrer Geburt noch nicht fähig sind von selbst zu laufen oder zu fliegen und somit meistens im Nest bleiben bis ihre Entwickelung so weit fortgeschritten ist das sie ihre Umgebung wahrnehmen und selbstständig laufen bzw. fliegen können.

Die meisten Nesthocker sind Jagdtiere oder Vögel.

Diese Tiere können es sich leisten etwas länger an einem Ort zu bleiben ohne Angst vor all zu vielen Potentiellen Jägern haben zu müssen.

Oft sind die Tragezeiten bei Nesthockern etwas kürzer aber dafür findet ein Teil der nötigen Entwickelung außerhalb des Körpers der Mutter statt. Deshalb werden Nesthocker oft mit geschlossenen Augen geboren.

Viele Fluchttiere hingegen sind eher Nestflüchter da es wichtiger ist für diese Tiere so schnell wie möglich Mobil zu sein und ständig in Bewegung zu bleiben. Also tragen sie ihre Babys etwas länger aber gebären sie dafür schon so weit entwickelt das sie direkt nach der Geburt laufen können.

Was sind Nestflüchter?

Nestflüchter sind Tiere die ihren Nachwuchs bereits sehr weit entwickelt auf die Welt bringen. Babys von Nestflüchtern können sich bereits wenige Minuten nach der Geburt schon selbst orientieren und ohne Hilfe laufen oder fliegen. Vor allem Fluchttiere wie Kühe oder Pferde gehören zu den Nestflüchtern.

Nestflüchter tragen normalerweise ihre Babys wesentlich länger als Nesthocker.

Das ist auch nötig denn ein Großteil der Entwickelung des Babys findet im Bauch der Mutter statt.

Das Baby kommt dann schon so weit entwickelt auf die Welt das alle wichtigen Sinnesorgane funktionieren und es sofort von selber laufen bzw. fliegen kann.

Viele Flucht- und Herdentiere sind Nestflüchter da es wichtig für diese Tiere ist so schnell wie möglich mobil zu sein um von möglichen Jägern weglaufen können.

Kühe und Pferde gehören zum Beispiel zu Nestflüchtern.

Sind Hunde Nestflüchter oder Nesthocker?

Eine Frage die mir sehr oft gestellt wird ist ob Hunde Nesthocker oder Nestflüchter sind. Und die Antwort ist recht einfach.

Hunde sind Nesthocker. Hunde haben eine kurze Tragezeit und Hundebabys kommen blind und taub zur Welt. Hundebabys können nicht sofort nach der Geburt laufen und ein Großteil ihrer Entwickelung findet nach der Geburt statt. Also sind sie, wie viele Jagdtiere, Nesthocker.

Sind Katzen Nestflüchter oder Nesthocker?

Ebenfalls eine Frage die mir sehr oft gestellt wird. Wir wissen jetzt wie es mit Hunde ausschaut aber was ist den eigentlich mit Katzen. Sind Katzen auch Nesthocker?

Katzen sind Nesthocker. Katzen haben eine kurze Tragezeit und ihre Babys kommen blind und taub auf die Welt. Katzenbabys sind sehr abhängig von ihrer Mama und ein Großteil der Entwickelung der Katzenbabys findet nach der Geburt statt. Also sind sie, genau so wie Hunde, Nesthocker.

Hallo, mein Name ist Valentin und ich bin einer der Autoren hier auf Tatzen-paradies.de. Seit ich denken kann hatten wir immer Haustiere bei uns zuhause. Von Katzen und Hunden bis hin zu Bartagamen und Chamäleons war alles dabei. Mein Opa hatte ein eigenes Zoogeschäft und meine Mutter hat viele Sachbücher über Tiere veröffentlicht. Das mit den Tieren liegt also in unserer Familie. Da war es ja irgendwie klar das ich auch etwas in der Richtung machen würde.