Mondsüchtige Hunde – So reagieren Hunde auf den Mond

Mondsüchtige Hunde – So reagieren Hunde auf den Mond
von Valentin | Letztes Update: 3. Juli 2020

Vor allem in den letzten Jahren hört man von immer mehr Tierbesitzer das sich ihre Tiere während der Vollmondphase unruhig oder merkwürdig benehmen. Dabei hört man von unruhigen Hunden, die nachts häufig den Schlafplatz wechseln, menschliche nähe suchen oder wie in Trance den Mond anstarren. Aus Eigeninteresse, weil sich unser ehemaliger Hund damals zum Vollmond manchmal ähnlich komisch verhalten hat wollte ich dem ganzen einmal etwas näher auf den Grund gehen. Dabei habe ich einige interessante parallelen zwischen Hund und Mensch und dem Mondzyklus gefunden.

Hunde können Mondsüchtig sein. Es ist wissenschaftlich bewiesen worden, das Hunde Schlafwandeln (bzw. Mondsüchtig sein) können. Manche Hunde reagieren auch nur mit Unruhe und Schlaflosigkeit auf den Vollmond. In seltenen fällen starren Hunde auch wie versteinert den Vollmond an. Warum Hunde so reagieren ist allerdings nicht bekannt.

Bei meinen Recherchen ist mir aufgefallen, das viele Tierbesitzer das Wort „Mondsucht“ etwas anders auslegen. Deshalb möchte ich, bevor ich auf das eigentliche Phänomen eingehe, schnell klar stellen, wie ich den Begriff „Mondsucht“ verwende und was ich genau darunter verstehe.

Laut Wikipedia ist Mondsucht nichts anderes als das historische Wort für Schlafwandeln. Damals bezeichnete man Schlafwandler als Mondsüchtig weil sie meistens anfingen zu schlafwandeln wenn der Mond sehr hell schien.

Heute ist bekannt, das Schlafwandler unter anderem auch sehr stark auf Licht reagieren. Wenn es also eine etwas hellere Nacht gab, wie beispielsweise bei Vollmond, fingen die Schlafwandler eher an ihre Betten zu verlassen als sonst. Deshalb bezeichnete man sie als Mondsüchtig.

Und Hunde können tatsächlich Schlafwandeln! Hunde verarbeiten ihre Erlebnisse des Tages sehr ähnlich wie wir im Schlaf. Hunde haben auch eine REM-Phase (Rapid Eye Movement. Übersetzt in etwa schnelle Augen Bewegung) und eine Tiefschlafphase.

Die REM-Phase geht der Tiefschlafphase voran und wird so genannt weil der schlafende in dieser Phase seine Augen sehr schnell hin und her bewegt obwohl seine Augenlider geschlossen sind.

In der REM-Phase sorgt das Gehirn dafür, das die Muskeln des Körpers auf keine befehle des Gehirns hören solange die Person noch schläft. Bei Schlafwandlern tritt diese „Lähmung“ der Muskeln manchmal nicht ein. Weshalb sie dann anfangen umher zu laufen obwohl sie im Tiefschlaf sind.

Auch bei Hunden kann genau das selbe passieren. So sind Hunde schon beobachtet worden wie sie auf einmal etwas Jagen oder im kreis laufen obwohl sie sich im Tiefschlaf befinden. Hunde können also Schlafwandeln bzw. Schlafjagen.

Einige Hunde reagieren aber auch mit Schlaflosigkeit oder Unruhe auf den Vollmond.

Viele Hundebesitzer berichten von schlaflosen oder unruhigen Hunden während der Vollmondphase.

Dabei laufen die Hunde nachts unruhig hin und her, wechseln oft ihren Schlafplatz, suchen vermehrt die nähe zum Menschen und mehr.

Es gibt sogar in seltenen fällen Hunde, die wie in Trance den Vollmond anstarren und sich gar nicht mehr zur Ruhe legen wollen.

Aber nicht nur Hunde reagieren eigenartig auf den Vollmond, auch andere Tiere legen auf einmal eigenartige Verhaltensweisen an den Tag wenn der Mond anfängt voller zu werden.

Der genaue Grund für diese Verhaltensweisen ist leider nicht bekannt.

Warum reagieren Hunde auf den Mond?

Leider habe ich keinerlei Studien gefunden, die sich mit der Wirkung des Mondes auf Hunde (oder andere Tiere) beschäftigt. Aber ich habe eine sehr interessante Studie gefunden die sich mit Vollmond bedingten Schlafstörungen bei Menschen beschäftigt hat.

Die Studie heißt „Evidence that the Lunar Cycle Influences Human Sleep“ oder zu Deutsch „Beweis, das der Mondcyclus den menschlichen Schlaf beeinträchtigen kann“.

Es ist eine Studie aus der Schweiz vom Jahre 2013 in der sich heraus stellte, das Menschen tatsächlich bei Vollmond schlechter schlafen als sonst.

So fand man heraus, das bei den Hirnströmen der schlafenden etwa 30% weniger Delta-Wellen zu finden waren als normal. Delta-Wellen gelten als Anzeichen für einen tiefen Schlaf.

Außerdem produzierten die Testpersonen bei Vollmond nur etwa halb so viel Melatonin wie normal.

Wenn also der Menschliche Körper so vom Mondcyclus beeinflusst werden kann dann ist es durchaus möglich, das auch Hunde ähnlich auf den Mond reagieren wie wir.

Es gab allerdings auch eine weitere Studie vom Max-Plank-Institut in München bei der etwa 1.200 Probanden über Nacht monetisiert wurden. Bei dieser Studie kam heraus, das der Mondcyclus den Menschen nicht maßgeblich beeinträchtigt.

Wie so oft in der Wissenschaft ist man sich nicht sicher warum die beiden Studien so unterschiedliche Ergebnisse erzielt haben.

Dennoch gibt es viele Menschen, die bei Vollmond schlechter schlafen, auch wenn sie gar nicht wissen das Vollmond ist. Und wenn es den Menschen beeinflusst, dann kann es sicher auch die Tierwelt beeinflussen.

Wie reagieren Hunde auf den Mond und was kannst du tun?

Hunde reagieren sehr unterschiedlich auf den Mond. Die meisten reagieren so gut wie gar nicht aber manche wenige können auf einmal sehr komische neue Verhaltensweisen an den Tag legen.

Der Hund ist Unruhig in der Nacht

Das ist vermutlich die häufigste Reaktion von Hunden auf den Vollmond.

Der Hund kommt einfach nicht zur Ruhe. Er läuft die ganze Nacht auf und ab oder wechselt alle paar Minuten seinen Schlafplatz.

Das Problem hierbei ist, das du in diesem Moment nicht viel machen kannst. Wenn der Hund nicht zur Ruhe kommt kannst du höchstens versuchen ihn zu Beruhigen indem du in ein wenig streichelst und mit ihm redest.

Aber mehr kannst du in diesem Moment nicht machen. Ihn aus deinem Zimmer zu verbannen oder irgendwo an zu leinen ist übrigens keine gute Idee.

Der Hund ist so schon sehr unruhig und eventuell sogar nervös. Wenn du ihn jetzt irgendwo weg sperrst oder anleinst dann wird ihm das nicht helfen.

Im gegenteil er wird sich entweder Bestraft fühlen, obwohl er ja nichts falsches getan hat, oder er wird noch unruhiger weil er jetzt auch noch an einen Ort gebunden ist und in folge dessen könnte er sich sogar verletzten.

Du kannst allerdings präventiv deinen Hund etwas mehr auslasten um zu verhindern, dass er in Vollmondnächten unruhig ist.

Vielleicht machst du einen besonders großen Spaziergang mit ihm oder du lässt ihn einmal richtig viel laufen. Irgendetwas wo er sich so richtig auspowert bevor ihr schlafen geht.

Dann kommt der Hund Nachts etwas besser zur Ruhe.

Das selbe vorgehen hilft übrigens auch bei Hunden, die bei Vollmond auf einmal Nachts einen gigantischen Energieschub kriegen und die ganze Nacht rum Toben. Wenn du den Hund am Abend noch einmal so richtig auspowerst, dann wird er auch durch Vollmondnächte schlafen können.

Der Hund starrt den Mond an wie in Trance

Das ist ein sehr interessantes und auch etwas unheimliches Phänomen.

Manche Hunde sind richtig fasziniert vom Vollmond und starren den Mond wie in Trance an ohne sich zu bewegen oder auf rufe zu reagieren.

Viele Besitzer machen sich hier natürlich sorgen um den Hund oder sind beunruhigt über das Verhalten ihres Vierbeiners. Aber mach die keine Sorgen deinem Hund geht es gut und er ist auch nicht von irgendetwas besessen.

Am besten lässt du deinen Hund nicht raus und machst alle Gardienen zu damit der Hund das Mondlicht nicht sieht. Manche Hunde starren dann trotzdem auf das Fenster aber sie werden recht schnell zur Ruhe kommen. Die meisten Hunde werden allerdings aus ihrer Trance gerissen sobald sie den Vollmond nicht mehr sehen können.

Vor allem größere Hunderassen sind bekannt dafür in diese Trance zu fallen. Rassen wie Schäferhunde und Huskys zum Beispiel.

Warum manche Hunde sich so vom Mond angezogen fühlen ist allerdings nicht bekannt.

Der Hund heult den Mond an

Das ist vermutlich die seltenste Reaktion.

Einige wenige Hunde fangen an den Mond an zu heulen aber das ist wirklich sehr selten.

Meistens heulen Hunde weil sie etwas in der Ferne gehört haben oder weil ein anderer Hund mit dem heulen angefangen hat. Ich habe auch einen Artikel darüber geschrieben wann und warum Hunde heulen. Hier kannst du mehr darüber lesen.

Hier hilft die selbe Vorgehensweise wie zuvor auch. Schließe alle Gardienen und der Hund wird recht schnell zur Ruhe kommen.

Wenn andere Hunde allerdings dem Ruf deines Hundes nachgekommen sind und ebenfalls Heulen, dann solltest du auch das Fenster schließen um zu verhindern, das dein Hund in das Geheule wieder mit einstimmt.

Hast du Erfahrungen mit Mondsüchtigen Hunden gemacht oder sind deine Tiere vielleicht bei Vollmond ähnlich unruhig?

Schreibe mir doch gerne einen Kommentar mit deiner Geschichte oder deinen Erfahrungen und ich werde so schnell wie möglich antworten. Vielleicht habe ich auch etwas vergessen oder du hast noch eine Frage, dann kannst du mir auch gerne einen Kommentar da lassen.

Hallo, mein Name ist Valentin und ich bin einer der Autoren hier auf Tatzen-paradies.de. Seit ich denken kann hatten wir immer Haustiere bei uns zuhause. Von Katzen und Hunden bis hin zu Bartagamen und Chamäleons war alles dabei. Mein Opa hatte ein eigenes Zoogeschäft und meine Mutter hat viele Sachbücher über Tiere veröffentlicht. Das mit den Tieren liegt also in unserer Familie. Da war es ja irgendwie klar das ich auch etwas in der Richtung machen würde.